Neonazi-Konzert in Laupheim am vergangenen Samstag

Pressemitteilung vom Dienstag, 13. 04. 04

• Neonazi-Konzert in Laupheim am vergangenen Samstag.
• Polizei tatenlos.

Am Samstag, 10. April 2004, fand in Laupheim (Baden-Württemberg) ein konspirativ organisiertes neonazistisches Konzert statt. In einer Hütte in Laupheim spielten die neofaschistische Sängerin “Saga” aus Schweden und die Babenhausener Neonaziband “Act of Violence”. Neofaschistischen Szeneberichten im Internet zufolge waren letztlich 300 Nazi-Skinheads aus dem ganzen Bundesgebiet anwesend.
Organisiert wurde das Rechtsrock-Konzert von der braunen Kameradschaft “Widerstand Schwaben” aus dem Raum Ehingen, unter deren Dach sich auch die Neonaziband “Act of Violence” tummelt. “Saga” singt ausnahmslos Lieder des verstorbenen Gründers des in der BRD verbotenen internationalen Nazi-Skin-Netzwerkes “Blood & Honour”, Ian Stuart Donaldson. “Act of Violence”, die mittlerweile europaweit auf neonazistischen Konzerten spielen, waren erst am 03. April bei einer Veranstaltung der neofaschistischen NPD in der Festhalle Senden-Ay (Landkreis Neu-Ulm) aufgetreten.
Neonazistische Musik hat sich zu einem der wichtigsten Ideologieträger für die extreme Rechte, insbesondere für die Neonazi-Szene entwickelt. Die zahlreichen Konzerte bieten die Möglichkeit zur Agitation und Einbindung von SympathisantInnen und rechten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Und ganz nebenbei ist das Geschäft mit der Musik auch eine gern gesehene Einkommensquelle für die diversen neonazistischen Gruppierungen - hunderttausende CDs mit neonazistischem Inhalt werden jedes Jahr über oder unter der Ladentheke verkauft.
Den lokalen Behörden war das Konzert bekannt, allerdings wurden weder größere Polizeieinheiten nach Laupheim beordert, geschweige denn Anstalten gemacht, das Nazi-Konzert zu unterbinden. Bis heute wurde auch die Öffentlichkeit nicht informiert, wohl nach dem in der gesamten Region Ulm bewährten Motto: Was niemand mitbekommt, war nicht.
Denise Bloch, Sprecherin der Antifaschistischen Aktion Ulm/Neu-Ulm, kommentiert:
“Wieder einmal konnte hier in der Region unter den Augen der Polizei eine neonazistische Hetzveranstaltung stattfinden. Eine Information der Öffentlichkeit durch die Behörden fand und findet nicht statt. Ein demokratisches und antifaschistisches Eingreifen soll also unter allen Umständen verhindert werden. Polizeiliche Toleranz gilt hingegen offensichtlich menschenverachtender Hetze, Verherrlichung des Nationalsozialismus und Aufrufen zur Gewalt.
Für uns bleibt es dabei: Neonazistische Konzerte müssen verhindert werden! Und RechtsRock muss als das benannt werden, was er ist: Die Begleitmusik zu Mord und Totschlag.”

Antifaschistische Aktion Ulm/Neu-Ulm
AG Medien

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