[Dringend!] 1. Mai 2009 in Ulm - sofortige Beschwerde (Frist 15.05.09 24:00 Uhr)

May 15th, 2009

An alle die am 1. Mai 2009 bei den Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Ulm von der Polizei in Gewahrsam genommen und einem Richter vorgeführt wurden:

Wer im Rahmen einer “Ingewahrsamnahme” einem Richter vorgeführt wurde und dieser die Ingewahrsamnahme angeordnet oder bestätigt hat, hat eine Frist von 14 Tagen, um gegen diese richterliche Anordnung Beschwerde einzulegen. Diese Frist läuft heute (15.5. 2009) um 24.00h aus!
Deshalb: Wer von einer Ingewahrsamnahme betroffen war, sollte das Wordformular im Anhang ausdrucken, unterschreiben und an das zuständige Amtsgericht in Ulm faxen. Die Faxnummer steht auf dem Brief.
Wer selbst nicht betroffen war, aber Leute (auch aus anderen Städten) kennt die betroffen waren, sollte diese Mail weiterleiten.
Überhaupt sollte diese Mail möglichst schnell (die Zeit drängt extrem!!!) und breit weiterverteilt werden. Diese Einsprüche sind für die rechtliche Aufarbeitung des 1. Mai in Ulm sehr wichtig.

Noch zur Erklärung: Von dieser Frist sind Leute die in einem der Kessel waren aber keinem Richter vorgeführt wurden genauso wenig betroffen wie z.B. Leute, die einen Platzverweis bekommen haben. Leute die von solchen Geschichten betroffen waren, haben ein Jahr Zeit, die Rechtswidrigkeit feststellen zu lassen. Es geht ausschließlich um Leute, die einer Richterin vorgeführt wurden.

=>Zum Vordruck…

WICHTIG!

May 15th, 2009

hallo leute,

der - euch nicht verratende - DGB hat mich beauftragt, die rechtmäßigkeit der vorgänge in der sattlergasse zu begutachten. nach meiner bisherigen einschätzung waren die vorgänge in weiten bereichen und fast allen fällen rechtswidrig.

um die rechtswidrigkeit gerichtlich feststellen zu lassen, habe ich versucht, allen betroffenen die folgende nachricht zukommen zu lassen.

“Bitte beachten Sie, dass alle am 1. Mai in Ulm in Gewahrsam Genommenen die Möglichkeit haben, die Rechtswidrigkeit der Polizeimaßnahmen feststellen zu lassen, die Frist, gegen diese Maßnahme Beschwerde einzulegen, aber schon am 15.11.2009 abläuft!

Da jedenfalls die Aktion in der Bahnhofsunterführung, bei der alle mit dem Zug aus Stuttgart Angereisten für mindestens 2 Stunden festgehalten wurden, aller Voraussicht nach insgesamt rechtswidrig war, sollten sich alle hiervon Betroffenen umgehend melden.

Auch die “Einkesselung” in der Sattlergasse, kurz vor Beginn der Demo, und das anschließende, stundenlange Festhalten begegnet erheblichen Bedenken. Hier ist aber in jedem Einzelfall zu prüfen, worauf die Polizei im konkreten Fall ihr Vorgehen gestützt hat und ob dies dann zu Recht erfolgt ist. Auch insoweit dürfte in den meisten Fällen kein hinreichender Grund für eine solche Gewahrsamnahme festzustellen sein, weshalb sie rechtswidrig war.

Um die Rechtswidrigkeit festzustellen, muss jedoch innerhalb von 2 Wochen nach Ende der Maßnahme, also bis zum 15.05.09, beim Amtsgericht Ulm Beschwerde eingelegt werden. Die Verfahren sind relativ günstig. Es fallen zunächst nur Gerichtskosten von € 18,00 an. Wer die Beschwerde über einen Rechtsanwalt einlegt, sollte mit diesem vorab über die Gebühren reden. Sind Betroffene “bedürftig”, kann für die Verfahren Prozesskostenhilfe beantragt werden. Dann belasten die Verfahren nicht auch noch den eigenen Geldbeutel.

Für nähere Informationen wendet Euch bitte an

RA Thomas Oberhäuser
Kanzlei am Ulmer Münster
Münsterplatz 13
89073 Ulm
Tel.: 0731 / 140 410
Email: info@kanzleiammuenster.de

vielleicht will sich ja auch der eine oder die andere von euch an den den verfahren beteiligen. dann bitte ich unten stehenden anlagen auszudrucken und ausgefüllt an mich zurück kommen zu lassen.

freundliche grüße

RA Thomas Oberhäuser
Kanzlei am Ulmer Münster
Münsterplatz 13
D - 89073 Ulm
Tel.: ++49 (0)731 / 140 410
Fax: ++49 (0)731 / 140 41-10
www.KanzleiAmMuenster.de

Anmerkung: Ein juristischer Tag hat 24 Stunden. Das heißt es kann bis 00:00 Widerspruch eingelegt werden.

Statement der Antifa Ulm/Neu-Ulm zum 1. Mai

May 13th, 2009

Fast 2 Wochen nach dem Aufmarsch der Neonazis und ihrer polizeilichen Hilfstruppen in Ulm und Neu-Ulm wollen wir, die Antifaschistische Aktion Ulm/Neu-Ulm, uns kurz zu den Geschehnissen am 1. Mai äußern. Eine Auswertung der antifaschistischen Gegenaktivitäten an diesem Tag diskutieren wir gern mit unseren GenossInnen, das geht aber die staatlichen Repressionsorgane nichts an.

 

Trotz vorheriger Absprachen mit dem DGB ließen örtliche Verantwortliche des DGBs am Weinhof zu, dass sich unser Antifa-Block nicht in den Demozug einreihen konnte. Somit folgte der DGB willig der Wunschvorstellung der Polizei, den anwesenden DemonstrantInnen ihr Recht auf Versammlungsfreiheit zu verwehren.

 

Dass DemonstrantInnen davon abgehalten werden konnten mit zu demonstrieren, und die DGB-Demo, inklusive großen Teilen des „Bündnis gegen Rechts“, dennoch los zog, ist ein Armutszeugnis für die verantwortlichen GewerkschafterInnen und der an diesem Tag ach so antifaschistischen Gutmenschen. Und dass sich solche Szenen in einer Stadt abspielen können, die ständig „ihre“ Geschwister-Scholl-Tradition an allen Ecken beschwört, um das städtische Image aufzupolieren, ist widerlich.

 

Auch der Ulmer Mini-NoskeIvo Gönner (Oberbürgermeister) –, der gerne Polizeigewalt gegen AntifaschistInnen rechtfertigt,  Totalitarismustheorien aus dem Kalten Krieg noch heute anhängt und Autonome als „rotlackierte Faschisten“ öffentlich diffamiert, hat uns an diesem Tag mal wieder gezeigt, wie er denkt. Er selbst hält sich selbstherrlich für einen „sozialdemokratischen“ Bürgermeister.

 

In ähnlicher Weise verfuhr die Polizei an diesem Tag und präsentierte, wie Staatsgewalt in der Praxis aussieht – vor allem, wer am längeren Ende des Schlagstockes steht. Die Polizei zeigte klar auf, wer ihrer Meinung nach vor Ort seine Meinung kund tun durfte und wer nicht. Ein besseres Lehrbeispiel für die einfache Tatsache, dass das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit den Repressionsorganen nicht einmal das Papier wert ist, auf dem es steht, hätten sie wohl nicht finden können.

 

AntifaschistInnen wurden von der Teilnahme an einer angemeldeten Demonstration abgehalten. Sie wurden stundenlang willkürlich eingekesselt und massiv mit körperlicher und psychischer Gewalt angegriffen.

 

In Neu-Ulm wurden durch die Polizeisperren an den Donau-Brücken hunderte AntifaschistInnen und BürgerInnen stundenlang in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und von Polizeigewalt und willkürlichen Ingewahrsamnahmen bedroht. Dies sind nur einige wenige unschöne Beispiele die sich an diesem Tag abgespielt haben.

 

Im Gegensatz dazu wurde für den Schutz der Neonazis am 1. Mai ein riesiger organisatorischer Aufwand betrieben. Von staatlicher Seite aus wurde wirklich alles dafür getan, dass „Nationalsozialismus, jetzt jetzt jetzt!“ gefordert werden durfte und Neonaziblöcke „Europa mach dich frei von der Juden-Tyrannei“ skandieren konnten.  AnwohnerInnen in Neu-Ulm wurden von den Nazis bedroht und mit kollektiven Parolen wie „Eselficker“ und „Ali, Mehmet Mustafa, ab zurück nach Ankara“ massiv verhöhnt.

 

Was sonst eher AktivistInnen autonomer Antifagruppen und antifaschistisch engagierte Jugendliche an fast jedem Wochenende erwartet, traf nun mit voller Härte auch breite Teile der Ulmer Bevölkerung, einfache PassantInnen oder schlicht Fahrgäste der DB.

 

Bereitschafts- und Bundespolizei, die vermummten Spezialtruppen der BFE sowie die bayerische Knüppelgarde des USK, schikanierten Menschen mit Kontrollen, verteilten willkürlich mündliche und vorgedruckte Platzverweise für das ganze Stadtgebiet, prügelten ohne Vorwarnung auf Menschen ein, ritten mit Polizeipferden gezielt Menschen nieder, ließen ihre Hunde DemonstrantInnen anfallen und versprühten Pfefferspray und CS-Gas aus Feuerlöscher-großen Geräten. Bei den brutalen Festnahmen, Pferdeeinsätzen und Knüppelorgien wurden zahlreiche DemonstrantInnen erheblich verletzt. Auf am Boden Liegende wurde eingetreten und mit Absicht Pfefferspray in Augen und Nase gesprüht.

 

Drei Wasserwerfer waren gezielt in Stellung gebracht worden, um AntifaschisInnen zu bedrohen bzw.  einschüchtern und schließlich wurden sie ohne vorherige Ankündigung gegen diese eingesetzt.

 

Viele haben es wohl zum ersten Mal am eigenen Leib erfahren müssen, dass die Polizei – wenn Menschen durch den Wasserstrahl von ca. drei Meter hohen Bushäuschen gezielt herunter geschossen werden –  schwerste Verletzungen in Kauf nimmt.

 

Solche Polizeigewalt soll vor allem junge Menschen abschrecken und von zukünftigen Demonstrationen und
gesellschaftskritischem Handeln abhalten. Die Gewalt der Polizei machte allerdings auch tausenden Menschen deutlich, wie die deutschen Zustände, die wir kritisieren und die wir überwinden wollen, nun einmal aussehen.

 

Wir hatten mehrfach angekündigt einen Aufmarsch von Neonazis nicht hinzunehmen. Dass viele Menschen in Ulm und Neu-Ulm dies auch so sahen freut uns. Wir beschäftigten uns nicht wie die vielen anderen fernab der Naziroute, in typischer DGB-Manier, mit Konzert, Bratwurst und hohlen Phrasen, sondern versuchten mit Entschlossenheit, den Aufmarsch zu verhindern. Dafür bedanken wir uns bei allen, die an diesem Tag den antifaschistischen Widerstand vorbereitet, getragen und unterstützt haben!

 

Unsere Waffen gegen diese Zustände heißen Bullengewalt öffentlich machen und das Entwickeln einer gemeinsamen, solidarischen Gegenwehr. Dies bedeutet, die Ursachen dieses polizeistaatlichen Auftretens aufzuzeigen und so die kapitalistische, nationalistische und patriarchale Verfasstheit dieses autoritär formierten Staates zum Thema zu machen.

 

Wir rufen alle Betroffenen polizeilicher Repressionen auf, solidarisch mit den zu erwartenden Ermittlungsverfahren umzugehen. Den Behörden in die Suppe zu spucken heißt vor allem, keine Aussagen bei den Cops zu machen.

 

Die Erfahrungen der entschlossenen antifaschistischen Aktionen in Ulm bzw. Neu-Ulm und die in den letzten Wochen entstandene Kontakte zu vielen organisierten und unorganisierten AntifaschistInnen werden wir zu nutzen wissen - für einen noch effektiveren Widerstand gegen Neonazis und ihre Aufmärsche in der nächsten Zeit.

 

 

 

Antifaschistische Aktion Ulm/Neu-Ulm,

am 13. Mai 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Infoveranstaltung: Politische Repression in der BRD – Was tun, wenn`s brennt?

April 18th, 2009

Die BRD ist ein bürgerlich-kapitalistisches Herrschaftssystem, das
von unterschiedlichen Unterdrückungsmechanismen strukturiert und
zusammengehalten wird; es unterliegt - wie jede herrschende Ordnung
- dem Selbsterhaltungsprinzip, d. h. es will sich permanent vor
tiefgreifendem strukturellen Wandel schützen (zum Einen durch
Integration, zum Anderen durch Ausgrenzung). Hier setzt „staatliche
Repression“ an - zum „Schutz der freiheitlichen demokratischen
Grundordnung, des Bestandes und der Sicherheit der Bundesrepublik
Deutschland und ihrer Länder“. Ziel dieser Repression sind alle,
die Gesetze übertreten oder übertreten könnten; zu ihrem
politischen Maßnahmenkatalog gehören Abschreckung, Vorbeugung,
Konfrontation und Vergeltung (z. B. das Erstellen von
„Bewegungsprofilen“).

Ein Heidelberger Mitglied des Bundesvorstands der Anti-
Repressionsorganisation Rote Hilfe e.V. wird zunächst aufzeigen, an
welchen Themen dieser bundesweit vernetzte Verein arbeitet, um dann
in die „Materie“ der politischen Repression einzusteigen: Mit
welchen Organen haben es Menschen zu tun, die ins Visier des
Staates geraten? Was ist zu tun bei Hausdurchsuchungen, bei
Vorladungen usw.? Was hat sich in den letzten Jahren verändert bzw.
verschärft (z. B. Sicherheitspakete)?

Außerdem soll ein Schwerpunkt des Vortrags auf den Umgang mit
repressiven Maßnahmen gelegt werden, die im Zusammenhang mit den
weltweit zunehmenden Gipfelprotesten zum Tragen kommen. Erst
kürzlich hat sich wieder gezeigt, dass der massenhafte, teilweise
militant geführte Widerstand gegen Treffen der Staats- und
Regierungschefs der reichsten Industrienationen in London oder
Strasbourg/Baden Baden/Kehl mit allen staatlichen/militärischen
Mitteln verhindert werden sollte. Dieser Vortrag soll durch
Weitergabe antirepressiver Grundinformationen dazu dienen, sich von
diesen Maßnahmen auch weiterhin nicht einschüchtern zu lassen. Er
richtet sich vor allem an jüngere AktivistInnen aus den
unterschiedlichen Politszenen.

Mittwoch, 22.04.2009, Beteigeuze Ulm, Pfaffenäcker 1, 89075 Ulm,
Beginn: 20 Uhr

Eine Veranstaltung der Rote Hilfe e. V.
Mit einem Mitglied des Bundesvorstands der RH

Im Anschluss findet noch ein Infoabend rund um den 1. Mai statt.

30. Mai: Tausend-Kreuze-für-das-Leben-Aufmarsch in Ulm

April 18th, 2009

Für den 30. Mai ist ein so genannter Tausend-Kreuze-für-das-Leben-Marsch in Ulm angemeldet. Mit von der Partie ist dabei Bischof Mixa.

Für den 30.05.2009 kündigen katholische Homepages folgendes Spektakel an:

„100. Vigil für das Leben in Ulm/Neu-Ulm, 17.00 Uhr Pontifikalamt mit S. E. Bischof Mixa
anschl. Vigil und Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben“ mit Trauerzeremonie“.

Für Laien übersetzt heißt das, dass am 30. Mai auch in Ulm ein Aufmarsch von christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen (Selbstbezeichnung: „Lebensschützer“) stattfinden wird. Diese 1000-Kreuze-Märsche finden weltweit seit Jahren statt. In der Bundesrepublik finden sie seit geraumer Zeit häufiger statt, reichen aber mit ihren mehreren hunderten Beteiligten, nicht an die Beteiligten-Zahlen im Ausland heran. Außerdem gibt es immer wieder energischen Protest aus dem linken und queeren Spektrum gegen solche Fundi-Aufmärsche. In Münster wurde ein solcher Aufmarsch erst kürzlich durch antifaschistische Intervention erfolgreich gestoppt. Manchmal marschieren bei solchen Umzügen nicht nur christliche Deutschnationale auf, in München waren auch Neonazis aus dem Kameradschaftsspektrum als eigener Block mit von der Partie.

Walter Mixa (*1941) ist deutscher katholischer Militärbischof (seit 2000) und Bischof der Diözese Augsburg. Zuvor war er Diözesanbischof aus Eichstätt und Stiftungsratsvorsitzender der katholischen Universität Eichstätt. Er ist Mitglied im rechtsklerikalen „Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem“, Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Tuiskonia zu München und steht der Paneuropa-Union nahe.

Inhaltlich ist er ein Reaktionär reinsten Wassers. Mixa tat sich mit kritischen Äußerungen zur Evolutionstheorie hervor, brachte die in Deutschland durchgeführten Abtreibungen mit der Zahl der Holocaust-Opfer in Verbindung. und meinte, „dass es uns nicht gut bekommt, wenn wir uns für unsere Nationalität schämen“.

=>linksunten.indymedia.org

DNA-Spuren verhelfen zur Klärung rechtsmotivierter Straftaten

March 16th, 2009

Anfang Februar berichteten wir über einen Naziübergriff in Biberach
(Riß). Nun wurde gegen einen 19 und 21-jährigen Haftbefehl
erlassen. Sie sitzen seit Freitag Nachmittag beide in U-Haft und
können laut PD Ulm, dem ”rechten Spektrum [zugerechnet werden]”.
Durch eine DNA-Spur gelang es den Biberacher Polizeibeamten
direkten Bezug zum 19-jährigen Ulmer zu bekommen. Daraufhin wurde
seine Wohnung durchsucht und laut Polizei ”eine größer angelegte
Überprüfungsaktion im persönlichen Umfeld des 19-Jährigen
durch[geführt]”
.

Drei weitere aus Biberach, Laupheim und dem Alb-Donau-Kreis
stammende 18-21 Jahre alten Männer/Neonazis wurden daraufhin
verhört. Nach umfangreichen Aussagen  zweier Verdächtigten wurden
diese wieder laufen gelassen, gegen den 19 und 21-jährigen wurde
jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg Haftbefehl
wegen Gefährlicher Körperverletzung (in anderem Zusammenhang) und
Totschlags erlassen. Diese sitzen nun seit Freitag Nachmittag in
Untersuchungshaft.

Überraschend informativ zitiert die lokale Zeitung die aktuellen
Geschehnisse aus den Polizeiberichten, sind wir doch sonst von
ihnen keinen müden und noch so kleinen Artikel über rechte
Gewalttaten gewohnt.

Dem Artikel jedoch nicht zu entnehmen ist der Fakt, dass die PD Ulm
zum ersten Mal öffentlich zugibt ‘’seit Ende des Jahres 2008 einen
Anstieg rechtsmotivierter Straftaten und Vorfälle in [ihrem]
Zuständigkeitsbereich [beobachten zu können]”. Diesen Trend sehen
wir nicht erst seit Ende letzten Jahres.

Weiterer Pressebericht…

Ulmer Polizei will Nazis an Synagoge vorbeimarschieren lassen

March 7th, 2009

Im Zuge der Gerichtsanhörung zum Aufmarsch der JN am 1. Mai in Ulm, trafen sich am vergangenen Montag den 2.März 2009 Vertreter der Stadt Ulm, der Polizei und der Anmelder A. Neidlein (NPD/JN) am Verwaltungsgericht in Sigmaringen. Bei der Anhörung ging es primär um den Routenverlauf der Nazidemo. Die ursprünglich von den Nazis angemeldete Strecke wurde dabei nicht genehmigt.

Stattdessen wurde ihnen eine Alternativroute von der Polizei zugewiesen. Diese soll vom Bahnhof über die Olgastraße, am Theater vorbei, durch die Neutorstraße und wieder zurück führen. Auch die anwesenden Vertreter der Stadt Ulm hatten gegen diese Streckenführung keinerlei Einwände. Doch eigenartigerweise störte sich niemand daran, dass diese Strecke direkt an der Ulmer Synagoge vorbei führt.

Während in anderen Städten versucht wird, Naziaufmärsche von jüdischen Einrichtungen fernzuhalten und dies auch meistens umgesetzt werden kann, bieten Polizei und Stadtverwaltung in Ulm den Nazis eine willkommene Plattform für ihre antisemitische Hetze. Der 1.Mai ist im jüdischen Kalender kein Feiertag und so wird an diesem Tag das alltägliche Gemeindeleben inklusive Kindergruppe stattfinden. Darin liegt ein weiterer brisanter Kritikpunkt an dieser nicht nachvollziehbaren Entscheidung und deren Akzeptanz durch Stadt und Staatsmacht.

Es steht dabei gar nicht zur Debatte ob sich die Polizei zum Zeitpunkt der Verhandlung bewusst war, dass diese Route den Nazimob direkt an der Synagoge vorbei führen wird, oder nicht :

Die Route stellt eine gezielte Provokation dar und ist darüber hinaus aufgrund der alltäglichen Bedrohung, der die jüdische Gemeinde ausgesetzt ist ein absoluter Skandal.

Doch auch die Stadt, die sich seit Jahrzehnten mit angeblich reflektiertem Geschichtsbewusstsein und Erinnerungskultur brüstet, müsste eigentlich ihr vollständiges Versagen eingestehen. Oberbürgermeister Ivo Gönner möchte nun im Nachhinein zwar „Beschwerde“ gegen das Urteil einlegen, allerdings wird das nicht über das paradoxe Verhalten der Stadt hinwegtäuschen. Uns ist auch klar, dass die Stadt den Regeln des Versamlungsgesetzes unterliegt. Allerdings setzt sie sich einerseits mit Nazis an einen Tisch, nickt dann auch noch das von der Polizei vorgeschlagene „kleinere Übel“ stillschweigend und unhinterfragt ab, suggeriert aber andererseits in der Öffentlichkeit, dass man Nazis keinen Platz und kein Podium bieten möchte.

Schluss mit dem hohlen Geschwätz vom kleineren Übel!

Mobilisierungswebsite: http://1mai09ulm.blogsport.de/

Naziüberfall in Biberach

February 8th, 2009

In der Nacht vom 24. zum 25. Januar ereignete sich ein Naziübergriff in der ca. 40 km von Ulm entfernten Stadt Biberach an der Riß. Gegen 6 Uhr morgens wurden 2 Jugendliche die sich auf dem Heimweg von einer Alternativ-Party befanden von mehreren vermummten und mit Eisenstangen und Flaschen bewaffneten Personen angegriffen. Die Angreifer hatten bereits vorher in einem geparkten Auto gewartet und dort den beiden Jugendlichen gezielt aufgelauert.
Bei dem Überfall wurde ein Jugendlicher schwer verletzt und musste später im nahen Krankenhaus behandelt werden. Zudem wurden ihm mehrere Wertgegenstände entwendet.
Die Täter konnten konnten unbehelligt flüchten. Nicht nur der brutale Übergriff an sich sondern auch die Reaktion der Polizei ist erschreckend und gibt ein klares Bild der hier in der Region vorherrschenden Verhältnisse wieder. Trotz detaillierter Informationen seitens des Opfers wollte die Polizei von einen politischen Hintergrund nichts wissen. Sie spielte in ihrem Bericht den Vorfall als unpolitischen Raubüberfall herunter.

So kann es nicht weiter gehen!
Gegen Leugnungen zunehmender rechtsextremer Tendenzen in und um Ulm –für eine solidarische Gesellschaft fernab von Herkunft und Nation!

Wir hätten da was zu erledigen…

February 2nd, 2009

…in Ulm, um Ulm und um Ulm herum!

Neonazis aus süddeutschen Kameradschaften, NPD- und JN-Gliederungen haben für den 1. Mai 2009 einen Aufmarsch in Ulm angekündigt. Ihr Traum ist es, neben dem in Hannover geplanten Marsch auch hier eine große Aktion zustande zu bringen. Das werden wir nicht hinnehmen!

Im letzten Jahr waren Neonazis aus Ulm, Langenau und der Region noch mit dem Plan gescheitert, ihre bundesweite Szene für einen Marsch am 1. Mai in Ulm zu gewinnen. Der Haufen autonomer Nationalisten um die AG Schwaben-Homepage und als Junge Nationaldemokraten (JN) versuchen sie es nun 2009 erneut, zusammen mit der baden-württembergischen NPD, deren Landesgeschäftsführer Alexander Neidlein als Anmelder fungiert hat.

Gerade am 1. Mai wollen sich die Nazis als rebellische Jugend und als Systemopposition darstellen. Ganz bewußt beziehen sie sich dabei auf die Tradition des von den Nationalsozialisten 1933 geschaffenen Tag der nationalen Arbeit, auf die explizit antisemitische, deutsche Variante des Arbeitsbegriffes und begreifen den Kapitalismus als Verschwörung.

Mit der Aussage “Die Macht in diesem Land haben nicht die Parlamentarier, sondern jene, die durch internationale Machtstrukturen und globale Wirtschaftskreisläufe Druck auf die nationalen Regierungen ausüben und diese damit zum Spielball fremder Interessen machen …”, wird unterschwellige antisemitische Hetze betrieben, welche “den Juden” als Fadenzieher des Kapitalismus darstellt.

Die Durchführung des Aufmarsches (der wenn überhaupt, dann nur aufgrund polizeistaatsähnlicher Verhältnisse am 1. Mai denkbar sein kann) könnte für die Neonazis der Region eine weitere Stärkung ihres Selbstbewußtseins bedeuten. Eine Verhinderung wird ihnen jedoch massive Identifikations-möglichkeiten und Möchtegern-Coolness nehmen.

Wenn wir den Nazis kräftig in die Suppe spucken wollen, dann tun wir dies aus der Ablehnung heraus, die wir der kapitalistischen Gesellschaft, der Nation und dem Patriarchat entgegenbringen.

„Den realen Zumutungen und materiellen Schädigungen, mit denen die meisten InsassInnen der Gesellschaft zurechtkommen müssen, begegnen wir heute nämlich nicht in ihrer faschistischen, sondern in ihrer demokratischen Form.(…) Die faschistische Option ist der Durchsetzung sozialer Härten dabei immanent“, schrieb die Leipziger Antifagruppe Lea. Bei den Neonazis ist der völkische Rassismus und Antisemitismus noch viel barbarischer, die Zumutungen von Staat und Nation noch viel radikalisierter als im sozialen Normalbetrieb.

Aus dem Nichtverstehen des irrationalen Kapitalismus speist sich bei den Neonazis brutaler Hass und die Ideologie und Praxis von Vernichtung. Neonazistischer Agitation in der Öffentlichkeit sowie einer Normalisierung der Präsenz von Neonazis in Kneipen und Stadtbild in Ulm, Langenau, sowie in der Region werden wir daher immer erbitterten Widerstand entgegensetzen.

Wir halten es für richtig, gemeinsam mit vielen Menschen den Naziaufmarsch am 1. Mai zu einem Desaster werden zu lassen (remember: Köln 2008), auch wenn uns politisch mit so manchen von ihnen nur wenig verbinden mag. Die Zusammenarbeit hat aber auch Grenzen!

Viele derer, die da bunt statt braun rumstehen werden, sind überzeugte ApologetInnen der herrschenden Ordnung und so manche werden darunter sein, die auch bei der Fußball-WM mit Nationalfahnen in die Ulmer Innenstadt geströmt sind. Nicht wenige von denen, die sich da angekündigt haben, sind alles andere als frei von rassistischen, antisemitischen und sexistischen Ressentiments sowie autoritären Vorstellungen. Auch keinen Bock haben wir darauf, am 1. Mai das Image der Stadt Ulm zu retten oder uns einem Kampf gegen den Extremismus anzuschließen.

Wenn wir den Aufmarsch der Nazis und ihrer BeschützerInnen am 1. Mai in Ulm zum Fiasko machen, dann sicher weder durch mackerhafte Sprüche noch durch PACE-Fahnen-Wedeln fernab der Nazi-Route. Entschlossenes, solidarisches Handeln und antifaschistischer Selbstschutz sind unsere Mittel gegen rechte Gewalt und Aufmärsche. Unsere Aktionsformen waren immer dann erfolgreich, wenn sie sich durch Konsequenz, Verantwortlichkeit und Vermittelbarkeit ausgezeichnet haben.

In diesem Sinne rufen wir alle AntifaschistInnen in Süddeutschland und den angrenzenden Ländern dazu auf, am ersten Mai nach Ulm zu kommen! Und was die Zumutungen des Kapitalismus angeht: Diese (und letztlich auch die Nazis) werden wir nicht durch eine Art alternative Politikberatung loswerden, stattdessen empfehlen wir radikale Gesellschaftskritik.

Ulm, Hannover, Stalingrad!
Antifaschistische Aktion Ulm/Neu-Ulm Februar 2009

1mai09ulm.blogsport.de

Naziüberfall auf Kundgebung in Ulm

January 27th, 2009

Am Nachmittag des vergangen Samstags (24.01.2009) kam es in Ulm erneut zu einem Überfall durch rechte Schläger. Mehrere TierrechtsaktivistInnen hatten sich zu einer Kundgebung in der Innenstadt getroffen, als gegen 15:00 Uhr mehrere Nazis auftauchten und die Veranstaltung angriffen.

Die Nazis rannten in die Menge, rempelten Leute an und warfen die Infotische um. Zum Glück kam es zu keinen größeren Verletzungen. Da es Samstag Nachmittag war, erregte der Vorfall großes Aufsehen und stieß bei den vielen BürgerInnen, die nur ungläubig zuschauen konnten, auf Empörung.

Dieser Vorfall ist nun schon der zweite uns bekannt gewaltsame Übergriff in Ulm dieses Jahr, der weder in der Presse noch im Polizeibericht auftaucht.

Dies ist ein Grund mehr am 1.Mai auf die Straße zu gehen und sich den Nazis, die es versuchen werden in dieser Stadt aufzumarschieren, IN und AUF den Weg zu stellen!

Wir begrüßen es, dass sich nun auch in Ulm, unter der Schirmherrschaft von OB Ivo Gönner, ein breites Bündnis gegen die Naziaktivitäten am 1. Mai in Ulm zusammengefunden hat. Nur darf nicht ausgeblendet werden, dass es auch an den anderen 364 Tagen außer an besagtem Feiertag Nazis in Ulm und Umgebung gibt, denen es sich in den Weg zu stellen gilt.

Infos, Presse, Mobimaterial und mehr findet ihr ab sofort und demnächst unter:

www.1mai09ulm.blogsport.de

Schluss mit Nazigeprolle – Schluss mit Übergriffen: Nazistrukturen
ein Ende setzen!

Antifaschistische Aktion Ulm/Neu-Ulm, AG Medien